Yoga & Meditation

Drei Wege. Ein Ziel: Heimkehr zu Dir selbst.

Schon vor vielen Jahren habe ich bemerkt, dass ich einen gesunden Gegenpol zu der immer lauter und schneller werdenden Außenwelt brauche. Meditation, Yoga Nidra und Kundalini Yoga sind die drei Werkzeuge, mit denen ich diesen Gegenpol für mich gefunden habe — und die ich heute in meinen Stunden, Workshops und Retreats weitergebe.

Sie sehen auf den ersten Blick wie drei verschiedene Praktiken aus. In Wahrheit greifen sie ineinander wie drei Zahnräder eines fein abgestimmten Mechanismus.

Einer meiner Lehrer hat es mit einer Autobahn verglichen: Im Alltag versuchen unzählige Gedanken, Gefühle und Energien gleichzeitig auf wenigen engen Spuren voranzukommen. Stau ist vorprogrammiert. Wir werden gereizt, unausgeglichen, verlieren die Erdung und kommen nicht voran. Yoga und Meditation bauen die fehlenden Spuren, damit alles wieder in Fluss kommt.

 

Wie die drei zusammenwirken:

Kundalini Yoga führt Dich raus aus dem Kopf, hinein in den Körper und somit hinein ins Spüren. Hier wird die Energie aktiviert, in Bahnen gelenkt und der Körper auf das Tiefere vorbereitet.

Yoga Nidra ist die Brücke. Im Schlaf der Yogis verteilt sich die zuvor aktivierte Energie gleichmäßig im Körper. Du surfst auf der Welle zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein und kannst dort Dein Sankalpa - Deinen Herzenswunsch - als Samen einpflanzen.

Meditation ist die Heimkehr. Hier bekommt die aufgebaute Energie ihre Information, ihre Ausrichtung. Hier wird der Geist still...oder zumindest stiller. Und hier zeigt sich mit der Zeit, was Eckhart Tolle so treffend ausdrückt: „Wenn Du den Kontakt mit Deiner inneren Stille verlierst, so verlierst Du den Kontakt mit Dir selbst."

Diese Kombination ist für mich ein unverzichtbares Werkzeug und ehrlicherweise sogar ein Bedürfnis geworden, um Geist, Seele und Körper in Einklang zu halten.

Was ist Kundalini Yoga?

Kundalini Yoga wird auch als das Yoga des Bewusstseins bezeichnet. Es führt Dich raus aus dem Kopf, hinein in den Körper — und somit hinein ins Spüren.

Das Wort Kundalini beschreibt die uns allen innewohnende Urkraft. Manche Kulturen nennen sie auch Chi. Es wird angenommen, dass diese Energie wie eine zusammengerollte „Schlange" am unteren Ende der Wirbelsäule schläft, bis sie - idealerweise sanft - erweckt wird.

Symbolisch gesprochen bringt die Kundalini Energie mehr „Licht" in Deinen Körper und leuchtet die Stellen in Dir aus, die bislang im Verborgenen geschlummert haben. Dadurch gewinnst Du mehr Selbstbewusstsein. Und ich meine das wörtlich: sich seiner selbst bewusst sein.

Denn unser Körper ist wie die Festplatte eines Computers, auf der jegliche Erinnerungen, Ängste, Traumata und vieles mehr gespeichert werden. Wenn wir diese „Speicherpunkte" vergessen, verdrängen oder stillschweigend hinnehmen, können sie mit der Zeit toxische Muster und Krankheiten in uns ausbilden.

Kundalini Yoga ist für mich der konstante, sanfte Weg, genau dort hinzuschauen und dabei immer ein kleines Stückchen näher zur eigenen wahren Natur zu kommen. Das oft rezitierte Mantra „Sat Nam" steht für „wahre Identität, wahrer Wesenskern": die reine Seele, frei von Konditionierungen.

Im Gegensatz dazu steht das Ego, der Verstand, der uns am liebsten in der Komfortzone festhalten möchte. Oft durch das Einstreuen ängstlicher Gedanken, warum wir dies und das nicht tun können — oder warum wir für irgendetwas nicht gut genug seien.

 

Was C.G. Jung über Kundalini dachte

Die Faszination für diese Energie ist übrigens keine Esoterik-Mode. Der Schweizer Psychiater C.G. Jung hat bereits 1932 ein ganzes Seminar über die Psychologie des Kundalini Yoga gehalten. Für Jung war die Kundalini kein exotisches Kuriosum, sondern ein erstaunlich präzises Symbolsystem für das, was er selbst Individuation nannte: den Weg, die eigenen unbewussten Anteile Schritt für Schritt ins Bewusstsein zu holen und zu integrieren.

Die Chakren las er dabei als Landkarte der inneren Entwicklung. Vom instinkthaften Überleben bis hin zum klaren Bewusstsein. Was mich daran berührt: Jung beschrieb aus psychologischer Sicht genau das, was ich im Kundalini Yoga körperlich erfahre. Wandlung beginnt nicht im Kopf, sondern in den Schichten darunter.

Eine Sache hat Jung damals auch gesagt, und die unterschreibe ich sofort: Wir im Westen sollten östliche Wege nicht blind kopieren, sondern sie mit unserem eigenen Boden verbinden.

 

Meine Einladung an Dich

Genau deshalb gehört bei mir beides zusammen: Ich zeige Dir Techniken, die diese Energie aktivieren können und genauso Techniken, mit denen Du sie in Balance bringst und Dich erdest. Meine Kundalini Yoga Stunden sind dabei immer eine Einladung, die Grenze Deiner Komfortzone bewusst wahrzunehmen. Und vielleicht auch mal einen kleinen Schritt darüber hinaus zu wagen.

Was ist Yoga Nidra?

Yoga Nidra wird als “der Schlaf der Yogis” übersetzt. Hierbei wird der Körper in den Schlafzustand geführt, während man jedoch noch bei vollem Bewusstsein ist. Man „surft“ sozusagen auf der Welle zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, zwischen Wach- und Schlafzustand und hat die Möglichkeit, positive Affirmationen in das Unterbewusstsein zu säen. Diese Methode kann auch besonders effektiv sein, um Stress abzubauen und Schlafstörungen zu lindern.

Meditation ist unter anderem dazu da, den Geist zu schärfen, sodass er sich (wieder) auf einen Punkt konzentrieren kann, ohne „abzuhauen“. Diesen fixierten Punkt kann man innerhalb des Körpers kreisen lassen. Gleichzeitig ist man tief in sich versunken. Ähnlich dem Zustand, den wir kurz nach dem Aufwachen und kurz vor dem Einschlafen haben.

Eine halbe Stunde Yoga Nidra kann übrigens bis zu vier Stunden Schlaf ersetzen. Es dient der tiefen Entspannung, dem Loslassen, Stressbewältigung und Regeneration des Nervensystems. Studien haben gezeigt, dass Yoga Nidra die Gehirnaktivität beruhigt und den Cortisolspiegel, das Hauptstresshormon, senkt. Durch regelmäßige Praxis kann die Schlafqualität sogar erheblich verbessert werden, da der Körper und auch der Geist lernen, bewusst in tiefere Entspannungszustände zu gelangen. Um Schlaf-Problemen vorzubeugen, lernen wir noch weitere Faktoren für eine gesunde Schlafhygiene kennen.

Ein wesentlicher Bestandteil von Yoga Nidra ist das sogenannte Sankalpa und ist vergleichbar mit einem “Herzenswunsch” oder einer “inneren Absicht”. Es ist eine kurze, positive Affirmation, die tief im Unterbewusstsein verankert wird, während Du Dich in den Zustand völliger Entspannung begibst.

Das Sankalpa dient als Samen für persönliches Wachstum und Transformation. Es beginnt oft mit den Worten „Ich bin“ und wird in der Gegenwartsform formuliert, als ob es bereits Realität ist. Es sollte klar, kraftvoll und authentisch sein – ein Spiegel deiner wahren Ziele und Wünsche. Beispiele:

• Ich bin voller innerer Ruhe und Gelassenheit.
• Ich bin mutig und vertraue dem Fluss des Lebens.
• Ich bin Liebe und Mitgefühl in jedem Moment.
• Ich bin verbunden mit meiner inneren Stärke.
• Ich bin gesund, vital und voller Energie.

Auf Verstandesebene ein Sankalpa zu kreieren, ist für den Einstieg in diese Technik vollkommen ausreichend. Am schönsten ist es jedoch, wenn Dich Dein Sankalpa irgendwann findet und Du tief im Inneren eine emotionale Reaktion und ein „Ja, das ist es!“ spürst. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du diesen Moment irgendwann erleben wirst.

Was ist Meditation?

Meditation ist ein ganz wundervolles Werkzeug, um den Geist zu säubern und zu beruhigen. Einfach hinsetzen, vielleicht ein bisschen auf den Atem konzentrieren, die Seele baumeln lassen und schnipp - Ruhe im Kopf!?! Das wäre wohl zu schön, um wahr zu sein.

Wirkliche innere Stille zu finden bedeutet leider erst einmal ein bisschen "Arbeit" und Geduld. Unser Verstand / unser Ego ist schlau und findet meistens immer noch einen Grund, warum wir genau heute nicht meditieren brauchen, oder was wir genau jetzt während der Meditation auf die Einkaufsliste schreiben müssen. Oder er trägt uns auf unserem Zeitstrahl irgendwo in die Vergangenheit oder Zukunft und noch vieles mehr.

Doch warum überhaupt anfangen mit solchen Techniken zu arbeiten? Ist doch alles so gut, wie es ist! Oder vielleicht doch nicht? Meiner Meinung nach ist es in einer immer lauter werdenden Gesellschaft fast schon unumgänglich, sich irgendwann damit zu beschäftigen, wie der Geist wirkliche Entspannung finden kann. Manchmal ist es jedoch leider so, dass die innere Lautstärke zu Beginn erst einmal zunimmt je mehr man versucht das Gedanken-Karussell zum Stillstand zu bringen.

Techniken hierzu gibt es wahrscheinlich unendlich viele. Wichtig ist erst einmal geduldig herauszufinden, welche Technik für einen selbst die richtige ist und auch funktioniert. Verglichen mit einer Diät zur Gewichtsreduktion kann man auch nicht nach einer leichten Mahlzeit erwarten, dass die Pfunde purzeln. Ebenso kann man nicht nach einer Meditation erwarten, dass der langfristige Effekt sofort spürbar ist.

Eckhart Tolle sagt hierzu: “Wenn Du den Kontakt mit Deiner inneren Stille verlierst, so verlierst Du den Kontakt mit Dir selbst. Wenn Du den Kontakt mit Dir selbst verlierst, verlierst Du Dich selbst in der Welt. ​”