Herzlichen Dank für 20 wundervolle Jahre

Die Chaostheorie besagt, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings ausreichen kann, um am anderen Ende der Welt einen Orkan auszulösen. Während meiner Ausbildung in der Hotellerie hatte ich einen solchen “Schmetterlingseffekt”.

Eine Pfarrerin aus Würzburg fragte in meinem Ausbildungsbetrieb an, ob jemand ein “Knigge-Benimm-Seminar” für ihre Konfirmanden-Gruppe machen könnte, als Vorbereitung auf die Konfirmation.

Ich hab aus dem Bauch heraus sofort ja gesagt. Es war kein Plan. Kein Karriereschritt. Einfach ein Moment, in dem ich voller Überzeugung “ja” gesagt habe.

Das war mein erstes Seminar und durch das wunderschöne Feedback danach kam der Gedanke in mir auf, nach der Ausbildung etwas in diese Richtung auch beruflich machen zu wollen.

Der Schritt in die Selbständigkeit ist heute genau 20 Jahre her.

Kein Businessplan hätte mir das vorhergesagt. Kein Karriereberater hätte mir das wohl geraten und prophezeit, dass ich in zwanzig Jahren Unternehmen begleiten, Führungskräfte in den Wald schicken und Menschen dabei helfen werde, wieder mehr sie selbst zu werden. Das klingt auch im Nachhinein noch ein bisschen verrückt. Und trotzdem ist genau das passiert.

Adolph Freiherr von Knigge hat auch ein für mich dazu passendes Zitat in die Welt gebracht:

„Sei lieber das kleinste Lämpchen, das einen dunklen Winkel mit eigenem Licht erleuchtet, als ein großer Mond einer fremden Sonne oder gar Trabant eines Planeten.”

Ich habe nie versucht, ein großer Mond zu sein. Ich hab einfach angefangen zu leuchten…mit dem, was ich hatte. In einem Gemeindehaus, mit einer Gruppe pubertierender Konfirmanden und einer Pfarrerin, die ich vorher nie gesehen hatte.

Man kann sich bestimmt vorstellen, dass Jugendliche nicht unbedingt “Hurra” schreien, wenn von einem “Benimmkurs” die Rede ist. Doch irgendwie ist es mir glücklicherweise gelungen, in ihnen (und seitdem in vielen Hunderten weiterer Menschen) die Neugier für dieses Thema zu wecken.

Ich bin sehr dankbar 🙏

Für jeden Moment, der sich zufällig angefühlt hat und es am Ende vielleicht gar nicht war. Für jeden Menschen, der “mitgeflattert” hat.

In Seminaren, Workshops, Klassenzimmern, Wäldern und Retreats.

Und in diesen unscheinbaren Gesprächsmomenten, wo sich plötzlich etwas Neues öffnet.

Dankbar für dich, weil du das hier liest.

Das “Chaos” hat gute Arbeit geleistet. Und nach zwanzig Jahren blicke ich zurück, und würde es sofort wieder tun…

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